Bundesgerichtshof (BGH) teilt Tiere in verschiedene Kategorien. Man unterscheidet zwischen Nutztieren und Haustieren. Diese Einteilung ist interessant für den Halter, da die Haftungsfrage bei Schäden - die das Tier verursacht - abhängig von der Tierart ist. Beispiel: Läuft die Kuh eines Bauern aus dem Stall vor ein Auto, so haftet der Bauer nicht für den entstandenen Schaden, wenn er das Tier ordnungsgemäß beaufsichtigt hat. Fällt dagegen ein Hund eine Person an, so haftet der Halter für den Schaden.
Es gibt reine Nutztieren wie Kühe und Hühner und "potentiell doppelfunktionale" Tiere wie Pferde oder Hunde, die gleichzeitig Nutz- und Haustier sein können. Dient ein Tier verschiedenen Funktionen wie gewerblichen und der Freizeitgestaltung, so zählt der Hauptzweck. Beispiel: Ein Hund, der hauptsächlich zur Bewachung eines Reiterhofes dient, ist ein Nutztier. Der Hund, der eine nebenerwerbstätige Zeitungsausträgerin schützen soll, kann nicht als Wachhund - also als Nutztier - anerkannt werden. In diesem Fall greift die Tierhalterhaftung.
Folgende Tierarten können zu den Nutztieren gehören:
Landwirtschaftliche Nutztiere sowie Schlachttiere
Landwirtschaftliche Nutztiere dienen zur Gewinnung von Nahrungsmitteln wie Fleisch, Milch oder Eier. Aber auch Haut und Haare, Federn, Horn, Wolle und Felle sowie Därme werden zur Weiterverarbeitung genutzt. Beispiele: Geflügel, Kaninchen, Pferde, Rinder, hund, Schweine, Ziegen, Hunde, Fische, Bienen.
Zug- und Tragtiere
Zug- und Lasttiere unterstützen den Menschen bei der Arbeit. Durch den Einsatz von Maschinen werden diese Nutztiere in Deutschland immer seltener eingesetzt. Zu finden sind Sie aber weiterhin in verschiedenen Bereichen wie der Forstwirtschaft. Beispiele: Pferde, Rinder, Esel, Hunde, Elefanten oder Ziegen
Reittiere
Reittiere dienen der Fortbewegung des Menschen. In reichen Ländern werden sie auch als Freizeitbeschäftigung eingesetzt. Beispiele: Pferde, Esel, Ochsen
Pelztiere
Pelztiere dienen der Gewinnung von Pelzen. Das Fleisch und andere Bestandteile dieser Tiere werden in der Regel nicht verwertet. Beispiele: Chinchillas, Füchse, Nerze, Waschbären, Zobel
Zu den Pelztieren gehören aber auch Nutztiere deren Felle einen wesentlichen Anteil der Pelzverarbeitung stellen. Beispiel: hundn, Kaninchen, Kälbern, Ziege und Fohlen
Jagdtiere
Jagdtiere werden zur Jagdunterstützung auf andere Tiere eingesetzt. Beispiele: Greifvögel wie Falken, Frettchen, Hunde
Herden- oder Rudeltiere
Herdentiere haben einen natürlichen Hang zu sozialem Leben und bieten Vorteile bei der Haltung. Beispiele: Rinder, hund, Schweine, Ziegen, Esel, Pferde
Losgelöst von der traditionellen Tierhaltung haben sich neue Nutzungsmöglichkeiten entwickelt. Beispiele: Blindenhunde, Spürhunde, Lawinenhunde, Versuchstiere für die Forschung, Therapietiere
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